Impuls

Können Christen von Flüchen belegt sein?

In meiner Predigt am 26.10.03 sprach ich über Josua 7 (Achans Diebstahl). Dort wird erzählt, wie Josua mit dem Volk die Stadt "Ai" einnehmen will, aber jäh scheitert. Der Grund für diese Niederlage ist - wie sich später herausstellt: die unbereinigte Sünde Achans, der etwas gestohlen hatte. Nachdem diese Sünde offenbar und gesühnt wird, "kehrte sich der Herr ab von dem Grimm seines Zorns" (Jos 7, 26). Es gibt in dieser Erzählung eine Auffälligkeit, auf die ich in der Predigt nicht näher eingegangen bin: Als Josua sich nach der militärischen Niederlage zu Gott ins Gebet flüchtet, sagt er unter anderem: "Ach, Herr Herr, warum hast du dies Volk über den Jordan geführt und gibst uns in die Hände der Amoriter, um uns umzubringen? O daß wir doch jenseits des Jordans geblieben wären!" Was Josua hier sagt, erinnert kollosal an das Volk in der Wüste, als es Mose beschimpfte: "Warum hast Du uns aus Ägypten ziehen lassen, daß du uns, unsere Kinder und Vieh vor Durst sterben lässt?" (ähnlich in 2Mo 14, 11; 16, 2-3 u.v.a.m.). Dieses negative Reden hatte Josua dort auch schon mitbekommen. Hat er vielleicht manchmal ähnlich gedacht? Vielleicht wurde Josua tatsächlich durch das negative Reden in der Wüste in gewisser Weise infiziert, daß er jetzt - wo er selbst die Verantwortung für das ganze Volk trägt, dieselben Sprüche losläßt? Reden und Glauben hängt sehr eng zusammen: was man sagt, prägt gleichzeitig das Denken und legt es sogar fest! Segnen heißt wörtlich: Gutes reden. Wer gutes redet, dessen Denken und Handeln ist anders geprägt als bei dem, der schlechtes redet. Ein Fluch ist nach meiner biblischen Wahrnehmung eine "negative Festlegung": "So und so ist es und so wird es auch bleiben". Einige wurden als Kinder geprägt: "Du hast zwei linke Hände, deshalb bekommst Du nie einen Nagel in die Wand" und durch dieses gehörte Reden beginnt man, dem gesagten Glauben zu schenken und dann bekommt man wirklich keinen Nagel in die Wand. Oder: "in der Gemeinde ist das so und so und so wird es auch immer bleiben!". Das ist ein Fluch! Das Neue Testament ermahnt uns im Hinblick auf den Umgang miteinander: "Jagt dem Frieden nach... daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte..." (Hebr 12, 14.15). Es in unsere Verantwortung, was wir reden und was wir glauben. Wie gehst Du mit Gehörtem um? Was erzählst Du anderen? Legst Du Dinge negativ fest und "verfluchst" dadurch oder bist Du ein Segen?

Mit herzlichen Segenswünschen

M. M.

"Brennpunkt online" Nov. - Dez. 2003