„Sie nahmen Ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha." (Joh 19, 16 &17)
Die letzten Stunden im Leben Jesu waren gekommen. Jetzt hatte die schreckliche Qual begonnen. Man hatte beschlossen, den „Sektierer" (Apg 24, 5) hinzurichten, indem man ihn an ein Kreuz nagelte und so lange wartete, bis er an diesen Misshandlungen verendete.
Als ob das nicht schon grausam genug wäre, zwang man Jesus dazu, das Kreuz, an dem er später sterben sollte, auch noch selber zu schleppen - und zwar vom Palast des Herodes bis nach Golgatha (ca. 700m Fußweg).
Jesus hatte von denen, die seine Jünger sein wollen, gefordert, dass sie ihr „Kreuz auf sich" nehmen und ihm folgen sollten - und zwar täglich.
Das beinhaltet, dass die, die wirklich für Jesus leben wollen, das auch mit aller Konsequenz tun müssen, auch wenn es sehr sehr unangenehm wird. Jeder muss den Weg gehen, den Gott ihm bestimmt hat. Davor zu kneifen widerspricht der Nachfolge. Jesus hat auch nicht gekniffen. Allerdings dürfte das Kreuz Jesu wesentlich leidvoller gewesen sein, als das, was wir an täglichen Herausforderungen zu meistern haben. Immerhin sagt Jesus: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht" (Mt11, 30).
Das Kreuz, das Jesus tragen musste, war weder sanft noch leicht. Es war sogar so schwer, dass er unterwegs unter der Last zusammenbrach. Jesus muss durch die Geißelungen der Römer bereits sehr geschwächt gewesen sein, so sehr, dass die Soldaten sich gar nicht mehr bemühten, Jesus das Kreuz aufzuzwingen.
Ein Passant, Simon aus Kyrene, wurde gezwungen, das Kreuz für Jesus zu tragen. Doch - wo kam der eigentlich her? Jesus wurde um 9 Uhr morgens gekreuzigt, d.h. sie dürften irgendwann zwischen 7 und 8.30 Uhr unterwegs gewesen sein. Simon kam jetzt schon vom Feld (Lk 23, 26). So früh schon Feierabend? Viele Menschen folgten Jesus stadtauswärts (Lk 23, 27), aber einer kam stadteinwärts, vielleicht extra von Gott geschickt, um für Jesus das Kreuz zu tragen. Höchstwahrscheinlich meint Paulus in Rö 16, 13 diesen Simon. Er gehörte später offensichtlich zur Gemeinde.
Als Jesus von seinen Jüngern forderte, das eigene Kreuz zu tragen, verlangte er nichts, was er nicht selbst tun würde. Er wusste genau, wovon er sprach. Achtest Du das, was Jesus für Dich getan hat, indem Du ihm mit aller Konsequenz nachfolgst? Das ist echter Respekt vor dem Leiden Jesu.
Im Gedenken an die hingebungsvolle Gesinnung Jesu
Euer Markus