|
Ausgangsverse: Matthäus 5, 13 - 16 13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. 14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. 16 So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.
Was bedeutet diese Tatsache? Es handelt sich um eine Tatsache, da Jesus ja nicht sagt: "Ihr sollt das Salz der Erde werden!" bzw. "Ihr sollt das Licht der Welt werden!" sondern er sagt: "Ihr seid...". Er stellt einen Zustand fest in dem wir uns als Christen befinden. Was heißt das jetzt, Salz zu sein, Licht zu sein? Charakter des Salzes. - Es ist Würze. - Es ist Lebensmittel. -- Es ist lebenswichtig. Charakter des Lichtes - Es bringt Dinge ans Licht. - Es vertreibt die Finsternis. - Es gibt Orientierung. - Es warnt vor Gefahren.
Die Gemeinde der Christen soll Einfluss auf die Welt nehmen. Einfluss zum Besseren. Christen sind die Vertreter Gottes in der Welt, Gottes Bodenpersonal, seine Botschafter. Sie sind dazu in der Welt, wie ein Botschafter, Gottes Interessen zu vertreten. Gottes Interessen sind immer auf die Menschen, auf den Menschen gerichtet.
1. Timotheus 2, 3+4 3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 4 welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Das Wohl der Menschen liegt Gott am Herzen. Ihr Wohl, ihre Errettung. Die Aufgabe der Gemeinde Gottes ist es Hüter und Hirten der Menschen zu sein. - Sie soll ihnen Orientierung bieten. - Sie soll sie vor den Gefahren des Lebens warnen. - Sie soll die verkehrten Dinge beleuchten, sie ans Licht bringen. - Sie soll das Falsche als falsch und das Richtige als richtig aufzeigen, indem sie Falsches falsch und Richtiges richtig nennen. Sie soll den Menschen das Evangelium zu bringen und ihnen die Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Gott durch Jesu Opfer, seine Gnade und Vergebung anbieten. Die Gemeinde kann es nur anbieten, denn dafür entscheiden muss sich jeder schon selbst, das kann niemand anderem abnehmen. Das Evangelium ist für jeden Menschen lebenswichtig. Die Gemeinde Gottes hat den Menschen etwas Lebenswichtiges zu bringen.
Markus 16, 15+16 15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. 16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden.
Wer sind eigentlich die anderen? Auch ich war einmal einer der anderen Ich bin mit 19 Jahren zum Glauben gekommen. In der Zeit davor war ich einer der anderen. Ich habe Gott für eine Lebenskrücke gehalten, die von denjenigen gebraucht wird, die nicht richtig auf den eigenen Füßen stehen können. Ich hielt Gott für einen nicht wirklicher vorhandenen, erdachten, psychologischen Halt für Menschen, die sich nicht (mehr) auf sich selbst verlassen konnten oder wollten.
Was ich nicht realisierte, mir nicht klar machte, war mein Mangel an Lebenserfahrung. In Wirklichkeit war meine Religion Wissenschaft, Technik, Urknalltheorie, Evolutionstheorie. Das war meine Welt. In dieser Welt ließ sich und lässt sich auch noch heute, alles erklären. In dieser Welt wird Gott nicht gebraucht. Dementsprechend wird die Realität Gottes häufig nicht anerkannt. Ich jedenfalls habe damals die Realität Gottes nicht anerkannt.
Die Welt der anderen, derjenigen die Gott nicht kennen, nicht kennen wollen oder noch nicht richtig kennen gelernt haben, ist groß und vielschichtig.
Es gibt eine ungeheuere Bandbreite an Menschen, die so wie ich damals glauben alles durch die menschliche Erkenntnis erklären zu können, ohne sich dabei Gedanken darüber zu machen, wie gering diese Erkenntnisse in Wirklichkeit sind. Die menschliche Erkenntnis hat einen sehr geringen Horizont, der aus Tatsachen besteht. Beim Überwiegenden Teil unseres Wissens handelt es sich um Theorien und Modelle, die die Tatsachen mal mehr, mal weniger gut und oft auch leider falsch beschreiben.
Es gibt eine große Bandbreite an fremden Religionen. Einige beten Naturerscheinungen an. Andere beten zu selbst gemachten Götzen. Teilweise zu realen Statuen, teilweise zu imaginären Geistwesen. Wieder andere haben eine Religion, die den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs anbetet. Aber sie verleugnen die Sohnschaft Jesu.
Es gibt eine Menge Menschen, denen Technik und Wissenschaft zwar eher fremd ist, die ihre Hoffnung jedoch auf das Geld, auf die Wirtschaft, auf die Politik oder auf andere Menschen setzt. All diese Kategorien gibt es und darüber hinaus noch eine Menge mehr. Auch sind die Ausprägungen sowohl in den einzelnen Kategorien, als auch zwischen ihnen fließend.
Letztlich suchen Menschen nach Erfüllung, Selbstverwirklichung, nach dem bonbonbunten Leben, dass uns die Werbung und die Unterhaltungsindustrie vorgaukeln. Jeder sucht nach seinem Glück. Alle wollen frei, glücklich und zufrieden sein. Dummerweise ist die Welt voll von Scharlatanen, die den Menschen Freiheit, Zufriedenheit und Glück versprechen aber in Wahrheit nichts Nachhaltiges anzubieten haben. Die meisten wollen doch nur das Geld und, im Falle Satans, die Seelen der Menschen.
Viele Menschen können nicht mithalten, weil sie nicht genug Geld haben, nicht leistungsfähig genug sind, behindert sind, zu jung, zu alt oder nicht die Ellenbogen haben, um sich in einer entsprechenden Gesellschaft durchzusetzen. Sie straucheln, fallen, werden nicht mitgenommen, an den Rand der Gesellschaft gedrängt und wenn überhaupt, nur noch negativ wahrgenommen. Auch das sind Menschen. Auch sie werden von Gott geliebt. Auch sie sind die anderen.
Aber auch diejenigen, die mithalten können, fallen letztendlich auf die Scharlatane herein und werden das, was sie suchen auf diese Weise nicht finden. Auch sie, die meist von Gott nicht viel wissen wollen, keine Zeit für Gott haben, sich später darum kümmern wollen, auch sie gehören zu den anderen.
Verantwortung Als ich noch zu den anderen gehört habe, hat es Menschen gegeben, die sich von Gott gebrauchen ließen, mein Leben zu verändern. Sie haben mich (der eine mehr, der andere weniger) auf eine Freizeit nach Köln "gelockt" auf der ich den gefunden habe, den ich nie bewusst suchte: unseren Herrn Jesus Christus. Aber nach meiner Bekehrung war die Aufgabe dieser Menschen noch lange nicht erfüllt. Sie haben mich über Jahre hinweg im Glauben großgezogen. Sind mir Vater, Mutter, Onkel, Tante, Bruder und Schwester im Glauben, im geistigen Sinne gewesen und haben mich wachsen lassen.
Sicherlich ist alles in erster Linie das Werk unseres Herren, aber hätten sich diese Menschen nicht gebrauchen lassen, wäre ich heute nicht hier, wäre ich heute nicht die Person, die ich bin. Und dieser Prozess des Wachsens im Glauben ist bei mir noch nicht abgeschlossen. Dieser Wachstumsprozess des Glaubens gelangt zumindest hier unten auf der Erde bei niemandem in einen endgültigen Status. Jeder sollte unbedingt lernfähig bleiben und bereit dazu im Glauben weiter zu wachsen, andernfalls können wir alle mit unseren Predigten aufhören.
Aber genau das ist unsere Verantwortung, die Verantwortung der Gemeinde gegenüber den anderen. Sie zu missionieren wo immer sie sich auch befinden. (Gehet hin in alle Welt ...). Und wir sollten dabei nicht vergessen, dass auch unser deutsches Vater- und Mutterland mittlerweile ein gewaltiges Missionsfeld geworden ist. Und es ist die Verantwortung der Gemeinde denen, die sich zu Jesus hingewendet haben Väter, Mütter, Brüder und Schwestern im Glauben zu sein und sie in ihrem Glauben weiter zu bringen, sie in die Gemeinde zu integrieren, sie zu Gliedern am Leib Jesu zu machen, die wir ja auch alle sein sollen.
Was bedeutet das speziell für unsere Gemeinde? Wir sollen das Licht der Liebe Gottes leuchten lassen. Wir sollen diese "Suppe" Bielefeld salzen - nicht versalzen, schmackhaft machen. Wir sollen auf unser Umfeld einwirken, zum Guten. Jesus Christus, seine Liebe zu den Menschen soll durch uns, durch unser Handeln sichtbar werden. Unser Handeln soll das Licht der Liebe Gottes leuchten lassen. Unser Handeln soll den Menschen in unserem Umfeld Gutes tun, ihnen helfen. Wenn die Menschen, die wir erreichen wollen, in unserem Handeln die Liebe Gottes nicht sehen können, machen wir uns mit unseren Worten, dem Evangelium, das wir ihnen bringen wollen, lächerlich.
Bereitschaft zur Evangelisation Als Gemeinde Jetzt können wir als Gemeinde natürlich nicht jeden erreichen. Wir müssen uns unser Aufgabenfeld von Gott schenken lassen. Es ist wesentlich zu wissen, was Gott von uns als Gemeinde will und diesen Willen dann zu tun. Würden wir versuchen, uns um alles und jeden zu kümmern, würden wir unsere Kräfte und Möglichkeiten verschleißen und am Ende niemandem geholfen und viele verärgert haben. Auf diese Weise könnten wir der Aufgabe, unserer Verantwortung nicht gerecht werden.
Das darf für uns natürlich nicht zum Anlass werden, nur noch darauf zu warten, Nachricht von Gott zu bekommen. Die Dinge, die wir bereits tun, tun wir ja nicht einfach so, sondern, weil sie uns von Gott auf das Herz gelegt wurden. Daran müssen wir natürlich festhalten, aber auch unsere Ohren in Richtung Gott, für Seine Weisungen offen halten.
Wenn wir uns aber nur um uns selbst kümmern und darauf hoffen würden, dass durch ein Wunder mit einem Mal 100 Leute vor der Tür stehen, die sich alle bekehren wollen, machen wir einen genau so großen Fehler. Ich traue es unserem Gott zwar zu, dass er uns 100 Leute vor die Tür schicken kann, die sich alle bekehren wollen, aber ich habe doch meine Zweifel daran, ob das wirklich der Weg ist, den Gott mit unserer Gemeinde gehen will. Also müssen wir schon wissen, was Gott konkret von uns will, damit wir uns nicht in eine Richtung bewegen, die nichts bringt. Denn wir können niemanden dazu bringen, sich zu Gott zu bekehren. Wir können versuchen die Menschen zu überreden, zu überzeugen, im schlimmsten Fall ihnen solche Angst zu machen, dass sie sich deshalb zu Gott bekehren, aber keine Bekehrung, die Gottes Geist nicht selbst wirkt, hält auf die Dauer stand. Wenn wir uns als Gemeinde nicht im Willen Gottes bewegen, bleiben unsere Bemühungen einigermaßen fruchtlos.
1.Korinther 12, 12-15 12 Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. 13 Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. 14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 15 Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib: gehört er deswegen nicht zum Leib?
1.Korinther 12, 27 27 Ihr aber seid Christi Leib, und einzeln genommen, Glieder.
Persönlich Was für die gesamte Gemeinde gilt, gilt auch für jeden Einzelnen. Machen wir uns nichts vor: eine Gemeinde besteht aus ihren Mitgliedern, ob es sich nun um Vereinsmitglieder handelt, oder wie in unserem Fall um Leute, die sich zu dieser Gemeinde zugehörig fühlen.
Wenn die Bibel von Gliedern des Leibes redet, so hat jedes Glied am Leib Christi seine Funktion, seine Aufgabe. Wenn jedes Glied am Leib seine Aufgabe hat, dann ist auch kein Glied am Leib überflüssig. Jedes Glied, jedes Mitglied wird dringend gebraucht, damit die Gesamtheit, Leib oder Gemeinde richtig, das heißt im Willen Gottes funktionieren kann. Damit unsere Gemeinde ihre Verantwortung den in der Welt, die sie vor Gott hat wahrnehmen kann, bedarf es der Mithilfe jedes Gemeindemitgliedes. Jede Aufgabe, auch wenn sie noch so gering erscheint, trägt entscheidend dazu bei, dass unsere Gemeinde ihre Gesamtaufgabe erledigen kann. Jede Aufgabe, die unerledigt bleibt ist ein Hindernis, ist ein Bremsklotz. Jede Aufgabe ist wichtig und benötigt eine Person, die sie erledigt.
Die Erfüllung der Verantwortung, die wir vor Gott haben macht es nötig, dass jeder die Bereitschaft hat, Gott mit den Gaben zu dienen, die ihm von Gott gegeben wurden. Ich sage bewusst Gaben (Mehrzahl), weil Gott uns selten nur eine Gabe gibt, mit der wir dienen können.
Das beginnt ganz einfach mit unserem Körper. Wir haben Arme, Beine, Hände Füße mit denen wir Gott dienen können. Es gibt Aufgaben in der Gemeinde für Arme, Beine, Hände und Füße. Du kannst lesen und schreiben, du kannst Gott dienen. Du hast ein Talent im musischen oder künstlerischen Bereich oder du hast Talente im kaufmännischen Bereich. Du kannst Gott dienen. Aufgaben gibt es genug.
Niemand kommt gleich als Prediger, Evangelist, Seelsorger, Hauskreisleiter oder Gemeideältester auf die Welt. Man fängt an Gott in den kleinen Dingen treu zu dienen. Man wächst an seinen Aufgaben. Dann fangen die Aufgaben an mit einem zu wachsen. Das ist ein Prozess, ein gesunder Prozess.
Nachdem Bettina und ich geheiratet hatten war bei mir erst einmal für längere Zeit Flaute, was Aufgaben in der Gemeinde betraf. Meine Bindung an die Gemeinde war in dieser Zeit auch nicht so stark, wie es heute der Fall ist. (Diese Bindung ist übrigens auch ein positiver Effekt, der sich mit den übernommenen Aufgaben einstellt. Man beginnt sich mehr mit seiner Gemeinde zu identifizieren und sieht viele Dinge in einem andern Licht. Man hat dann meist auch nicht mehr so viel zu nöckeln.) Die erste Aufgabe, mit der ich dann mal wieder angefangen bin, war das Eingeben der monatlichen Buchungen in unsere Buchhaltungssoftware.
Das ist eine langwierige und langweilige Arbeit, die zu der Zeit noch Hermann gemacht hat. Mein Antrieb, diese Aufgabe zu übernehmen war einerseits die Tatsache, dass ich keine Aufgabe in der Gemeinde hatte und andererseits die Einsicht, dass es sicherlich eine gute Idee sei, jemanden, der so viele Aufgaben hat, wie Hermann, damit zu entlasten.
Auf der Schule hatte ich auch einmal einen Buchhaltungskurs. Darauf hätte ich wirklich am leichtesten verzichten können. Da hat mich sogar der Kurs in kaufmännischen Recht noch mehr interessiert, obwohl dass eine enorm trockene Materie ist. Ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich war als Petra dann diese Aufgabe übernommen hat und für mich andere Aufgaben anstanden.
Genau so wichtig, wie das Handeln der Gemeinde ist, ist auch das Handeln des Einzelnen. Jeder Christ repräsentiert Christus in seinem Umfeld. Jeder Christ ist Licht und Salz. Wenn durch das Handeln der Gemeinde die Liebe Christi in die Welt gebracht werden soll, so muss das auch durch das Handeln jedes Christen geschehen. Und durch nichts kann man den Außenstehenden, den anderen Christus so gut madig machen, wie durch das fortgesetzte Fehlverhalten von Christen. Mit falschem Verhalten geben wir dem Teufel eine gute Vorlage andere Menschen davon abzuhalten sich für Gott zu interessieren. Denn man wirft uns Christen nur allzu leicht mit Christus in einen Topf. Unsere Verfehlungen, unsere Lieblosigkeit werden letztendlich Christus angelastet.
Mir ist bewusst, dass das nicht so einfach ist. Ich bin auch nicht immer ein netter Mensch und habe in diesem Bereich noch viel zu lernen und viel Falsches abzulegen. Aber dem steht eben das Gebot Jesu zur Liebe entgegen. Nicht nur der Liebe den Freunden gegenüber, auch der Liebe zu den Feinden.
Johannes 13, 34+35 34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. 35 Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
Matthäus 5, 43-45 43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Das Streben von uns allen, nach Heiligung, nach Nachfolge, danach, dem Herrn zu dienen muss sich nicht zuletzt an diesem Gebot, ich nenne es gerne das 11. Gebot, messen lassen. Wir können Menschen auf keine bessere Weise neugierig auf Gott machen, auf keine bessere Weise zu Gott bringen, als dadurch, dass das Licht seiner Liebe aus uns heraus leuchtet. "Ihr seid das Licht der Welt." Wir sind das Licht der Welt. Wenn wir nicht scheinen ist es dunkel, dann herrscht die Finsternis.
Bereitschaft neue Christen zu integrieren Toleranz, Geduld, Liebe, Lehre, Leitung Ich weiß, dass für viele von euch Toleranz ein Reizwort ist. Wahrscheinlich deshalb, weil es in christlichen Kreisen mit der Toleranz deutlich übertrieben worden ist. Ich möchte jetzt versuchen den Unterschied zwischen der Toleranz, die wir unserem Nächsten schuldig sind und der Toleranz, die absolut zu weit geht, aufzuzeigen.
Wenn es um die Gebote Gottes geht. Wenn es um klare, biblische Aussagen geht. Wenn es um Gehorsam oder Sünde geht, gibt es bei Gott keine Toleranz. In diesen Fällen gibt es nur schwarz- weiß! Auch wenn daraus manchmal Entscheidungen resultieren, die in unserer humanistisch geprägten Gesellschaft nur schwer oder auch gar nicht verständlich zu machen sind.
Wenn wir jedoch Gott als den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde ansehen, wenn wir Gott als unseren Herren ansehen, dessen Wort gilt, dessen Regeln zu befolgen sind. Wenn wir den Verstoß gegen diese Regeln als Sünde ansehen, dann müssen wir das, was in Gottes Wort steht höher halten als das, was unsere westeuropäische Gesellschaft als moralisch oder politisch korrekt ansieht.
In weiten Bereichen gleichen sich die Wertvorstellungen ja auch, vor allem, weil es immer noch einen Bodensatz an christlichen Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft gibt. Aber der Einfluss der Aufklärung und des Humanismus nehmen zu. Die damit verbundenen Wertvorstellungen widersprechen aber oft denen der Heiligen Schrift. Hier muss von uns eine klare Linie gezogen werden, selbst dann, wenn es um Gesetze geht, die den Wertvorstellungen, die Gott uns vermittelt nicht gerecht werden. (Abtreibung etc.). Hier darf von Toleranz keine Rede sein.
In Teilen der evangelischen Kirche kann man leider sehen, was passiert, wenn eine solche Linie nicht gezogen wird. Dann wird aus der Kirche Gottes eine Kirche des Humanismus.
Etwas anderes ist es, wenn es um den Menschen selbst, den Menschen als solches geht. Wir haben oft gesungen: "Gott öffnet jedem die Tür! Jedem der ihn fragt." Es kann nicht unsere Aufgabe sein, Menschen durch Intoleranz die Tür, die Gott ihnen öffnen will vor der Nase wieder zuzuknallen. Wir müssen das tun, was unser Herr auch getan hat: unterscheiden zwischen der Sünde und dem Sünder. Unterscheiden zwischen dem was ein Mensch tut und dem Menschen selbst.
Johannes 8, 2-11 2 Frühmorgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3 Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellen sie in die Mitte 4 und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 5 In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? 6 Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. 8 Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie aber [dies] hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten; und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand. 10 Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind jene? Hat niemand dich verurteilt? 11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: So verurteile auch ich dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Jesus von dem Ehebruch der Frau begeistert gewesen ist. Ehebruch ist Sünde, nach dem Wort Gottes. Nach dem Gesetz, das Mose von Gott empfangen hatte, hätte diese Frau gesteinigt werden müssen. Das sind die Fakten.
An diesen Fakten hat Jesus nichts geändert. Würde er auch nicht tun. Er hat gesagt: er sein nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen.
Dennoch lässt er diese Frau laufen. Er bietet ihr Gnade an und Barmherzigkeit und - und das sollten wir auf gar keinen Fall überlesen - ermahnt sie die Sünde nicht mehr zu tun. So wie diese Frau hat er jeden von uns schon einmal laufen gelassen - mindestens einmal.
Die Ehebrecherin hat, genau wie jeder von uns, eine neue Chance bekommen. Ob sie weiter sündigen würde oder nicht, lag in der Entscheidung der Frau. Jesus hat sie nicht verurteilt - noch nicht. Denn das geschieht im Jüngsten Gericht, falls sie sich nicht im Blut Jesu reingewaschen hat.
Jesus hat die Sünde nicht gebilligt, sondern hat sie auch als Sünde bezeichnet. Aber dem Menschen, den er liebt hat er Gnade und Vergebung gebracht. Gott öffnet jedem die Tür! Auch wir sollen die Sünde nicht billigen. Auch wir sollen Sünde Sünde nennen. Aber auch wir sollen die Menschen lieben, ihnen Gottes Liebe bringen, damit auch sie eine Chance bekommen die Gnade und Vergebung unseres Herren anzunehmen. Und dazu braucht es auch Toleranz, die richtige Form der Toleranz.
Ich habe manchmal das Gefühl, um es etwas übertrieben zu sagen, dass Christen am liebsten Christen bekehren würden. Leute, die sich direkt nach der Bekehrung vollkommen pflegeleicht und nahtlos in die Gemeinde einpassen, nicht anecken und nur noch positiv auffallen. Bilderbuchbekehrte, die sich christlicher verhalten als manche Christen. Aber das ist natürlich völlig an der Realität vorbeigeträumt.
Die Menschen, die wir erreichen sollen sehen sicherlich anders aus. Es ist unsere Aufgabe sie mit allen ihren Eigenheiten zu lieben und zu integrieren, ohne sie zu assimilieren, ihre Persönlichkeit aufzulösen, sie umzuformen in das Bild das wir von einem Christen haben. Die Frage, die wir uns stellen müssen ist vielmehr: welches Bild hat Gott von dieser Person. Wohin will Gott mit demjenigen, was ist sein Weg und wie können wir diesem Menschen dabei helfen, seinen Weg zu gehen? Wir sollen begleiten, beraten und fördern und nicht die fromme Feuerwehr spielen.
1.Korinther 9, 19-22 19 Denn obwohl ich allen gegenüber frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich immer mehr gewinne. 20 Und ich bin den Juden wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter Gesetz sind, wie einer unter Gesetz - obwohl ich selbst nicht unter Gesetz bin -, damit ich die, welche unter Gesetz sind, gewinne; 21 denen, die ohne Gesetz sind, wie einer ohne Gesetz - obwohl ich nicht ohne Gesetz vor Gott bin, sondern unter dem Gesetz Christi -, damit ich die, welche ohne Gesetz sind, gewinne. 22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige errette.
Das ist es worum es geht. Den Menschen auf Augenhöhe entgegenkommen. Sie zu akzeptieren, wie sie sind. Sie da abzuholen (wie man heute so gerne sagt) wo sie sich befinden. Ohne die Sünde dabei zu verharmlosen.
Jesus hat genauso gehandelt. Er ist bei Zachäus eingekehrt, was nie ein frommer Jude gewagt hätte und hat Zachäus gewonnen. Zachäus hat seine Sünden bereut und sogar versucht sie wieder gut zu machen.
Jesus hat den Sündern nicht die Leviten gelesen, das hat er mit den Pharisäern getan, die das Volk verführt haben. Jesus hat die Sünder durch Liebe versucht zu Umkehr zu bewegen und das ist auch unsere Aufgabe als seine Nachfolger.
Wir sollen einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat. Er hat jeden von uns bereits dann geliebt, als wir noch weit weg waren von ihm. Und wenn wir wieder in Sünde fallen, liebt er uns trotzdem. Er hat uns so angenommen, wie wir waren und wie wir sind und ändert uns fortlaufend mit sanfter Hand. Menschen müssen uns gar nicht ändern, das tut der Heilige Geist in uns (sofern wir darauf hören). Wir müssen uns nicht gegenseitig ändern sondern gegenseitig stützen, unterstützen, tragen und ertragen, so wie die Glieder am Leib.
Wenn ich von dieser Linie rede: Gottes Wort, die Grundwerte auf der einen Seite, schwarz-weiß und die Toleranz in der Liebe Gottes auf der anderen Seite, dann müssen wir ganz genau darauf achten, was wirklich auf welche Seite gehört.
Leider neigt man sehr schnell dazu, Rituale, Traditionen, Mode, Musikstile, Gebetsstile, Kleidungsstile, die Art und Weise des Gottesdienstablaufs und viele weitere Dinge die oft nur aus einem frommen Bauchgefühl heraus uns richtig erscheinen, auf die Seite der Grundwerte zu setzen.
Ich habe nichts gegen Traditionen und feste Abläufe. Traditionen und feste Abläufe sind wichtig, aber wir müssen sie in Frage stellen dürfen, wenn wir merken, dass sie uns auf dem Weg behindern. Wir müssen uns unbedingt darüber klar werden, dass diese Dinge Menschenwerke sind. Sie sind Ausdruck unser Zeit und unserer Kultur. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn Traditionen und solche Dinge uns daran hindern, den Menschen, für die wir vor Gott die Verantwortung haben, so zu begegnen, wie Gott es von uns erwartet, dann sind wir als Werkzeuge Gottes, als seine Diener unbrauchbar.
Es kann nicht immer jedem alles gefallen. Mir gefällt auch nicht immer alles. Es ist auch nicht immer alles nach meinem Geschmack. Aber ich kann lernen es zu akzeptieren, weil es einigen meiner Geschwister gefällt.
Wenn jemand beispielsweise eine andere Art hat, Gott zu loben und zu preisen, als ich, ist diese Art dann nur deshalb falsch, weil sie mir nicht gefällt? Ist diese Weise der Anbetung deshalb ungeeignet, unheilig?
Nein, sie ist nur anders. Weil mir die Art nicht gefällt, heißt das noch lange nicht, dass sie Gott nicht gefällt. Es ist viel wahrscheinlicher, dass in diesem Fall meine Ablehnung unserem Herrn nicht gefallen würde. Am Ende bin ich dann doch der Dumme, dem der Segen versagt geblieben ist, weil ich mich über meinen Bruder oder meine Schwester geärgert habe. Denn das verstößt in Wirklichkeit gegen Gottes Wort.
Wenn wir unsinnigerweise versuchen irgendwelche Traditionen oder sonstigen Dinge zu verteidigen und darüber unsere Aufgaben im Reich Gottes nicht mehr erfüllen können, werden wir wie ein altes, morsches Stück Holz.
Wenn ein Hammer einen brüchigen, morschen Stil hat, kann man mit ihm keinen Nagel mehr in die Wand schlagen ohne befürchten zu müssen, dass man am Ende mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Entweder verpasst man so einem Hammer einen neuen Stil oder man fasst ihn nicht mehr an.
Wenn im geistigen Bereich Flaute herrscht, sollte man mal prüfen, ob einen die Jahre nicht mittlerweile haben morsch werden lassen, jedenfalls bevor man ausgetauscht wird. Zum Glück kann Jesus viele Dinge, die wir Menschen nicht können. Er kann auch aus dem morschesten Knüppel wieder einen starken, festen Hammerstiel machen, auf dem der Kopf sicher sitzt, den man ohne Bedenken zur Arbeit einsetzen kann.
Zusammenfassung der Kernpunkte
Ich möchte mit dieser Predigt einen eindringlichen Appell an euch richten, euch bereit zu machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott noch viel mit unserer Gemeinde vor hat und wenn ihr euch genau umseht, so werdet ihr bemerken, dass bereits viele Dinge anfangen sich stark zu bewegen.
Es sind viele von uns schon dabei, den nächsten Gang einlegen. Aber unserer Verantwortung wahrzunehmen, die wir als Gemeinde in der Welt haben, schaffen wir nur gemeinsam, alle zusammen.
Jeder ist gefordert. Glieder am Leib sind keine Einzelkämpfer. Sie stützen sich gegenseitig und halten sich gegenseitig an der Stelle, an die sie gehören. Sie sind füreinander da und ergeben als Gemeinschaft den Leib.
Die Verantwortung die unsere Gemeinde in der Welt trägt mündet in der Verantwortung jedes Einzelnen, dabei mitzuhelfen: - Menschen zu missionieren. - Menschen zu integrieren. - Menschen zu helfen, ihren Weg mit unserem Herren gehen zu können.
Die Verantwortung der Gemeinde ist letztlich die Verantwortung, die Gott uns als Menschen gegeben hat, uns um andere Menschen zu kümmern.
Matthäus 22, 35-40 35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 36 Lehrer, welches ist das größte Gebot in dem Gesetz? 37 Er aber sprach zu ihm: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. 38 Dies ist das größte und erste Gebot. 39 Das zweite aber ist ihm gleich: `Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
AMEN
|