Predigt in Bielefeld am Sonntag, 28.08.2005, 10 Uhr, Markus Merk (Sommerfest)

“Jesus - Das Fundament der Gemeinde”

Schon einmal im Rahmen der Predigtreihe sprach ich über den Vergleich der Gemeinde Jesu als "Gebäude". Dieser wird u.a. in 1Kor 3, 11 dargestellt: es gibt verschiedene Arten, zu bauen, aber das Fundament ist Christus. Das Fundament hat beim Bau eine entscheidende Rolle. Wenn es auch nur ein bißchen schief ist oder an einer Stelle nicht ganz glatt, dann hat das weitreichende Folgen für das, was auf das Fundament gebaut wird. Mitunter können die Folgen katastrophal sein. Es gibt rieseige Gebäude, die nachdem sie erstellt waren, wieder abgerissen wurden, obwohl sie nagelneu waren. Die Gefahr, die durch ein unzuverlässiges Fundament unsichtbar schwelt, ist einfach zu groß.

Das Thema heute heißt: "Jesus - das Fundament der Gemeinde". D.h. Jesus ist für uns als Gemeinde und alles, was darin und dabei geschieht, das Fundament. Wenn wir nicht auf ihn bauen, hat unser "Gebäude" keinen Halt. Doch was bedeutet es, daß Jesus unser "Fundament" ist? In dem Anspiel eben haben wir gesehen, was der Mittelpunkt des christl. Glaubens ist: Gott ist Mensch geworden, damit wir ihn verstehen und wahrnehmen konnten. Er konnte uns auf unserer Ebene erklären, wie es mit Gott und uns aussieht. Nur, weil er das tat, konnten wir die Erlösung verstehen. Wir glauben, daß Gott tatsächlich in Jesus Mensch wurde, und daß Jesus auch wirklich ein Mensch war. Paulus sagt, wir sollen glauben, daß Christus "wahrhaftig" in das Fleisch gekommen ist". Die Menschwerdung Gottes ist nicht eine abstrakte, rein symbolische Handlung. Er war ein richtiger Mensch!

Wenn wir diese Überzeugung haben, dann sind wir dabei, ein richtiges Fundament zu haben. Wenn man hohe Gebäude bauen möchte, muß man immer zuerst ein großes Loch buddeln. D.h. je weiter man nach oben will, desto tiefer muß man graben. Je stärker unsere Gemeinde werden soll, desto tiefer müssen wir in Jesus verwurzelt sein. Die Überzeugung zu haben, daß Jesus wirklich Mensch wurde, ist der erste Schritt dazu.

In 1Petr 2, 4-5 wird wieder die Gemeinde mit einem Gebäude verglichen. Dabei wird aber stärker betont, daß jeder von uns ein Teil davon ist. Petrus sagt, daß Jesus der "Eckstein" ist. Das ist der tragende Pfeiler in einem Gebäude, der alles andere statisch festhält. An ihm muß der ganze Bau ausgerichtet sein. Nur, wenn die Steine am Eckstein ausgerichtet sind, gelingt der Bau und hält.

In Hebr 3, 6 heißt es "Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten". D.h. wir sind dann wirklich sein Haus, wenn wir am Vertrauen zu ihm festhalten. Wir sind nicht die Lösung unserer Probleme, sondern Jesus ist es. Wir dürfen gar nicht versuchen, unsere Probleme selbst zu lösen, sondern müssen ihm vertrauen. Vertrauen heißt, fest davon auszugehen, daß er das Richtige zum Richtigen Zeitpunkt tut. D.h. für Hader und Enttäuschung ist dann kein Raum mehr. Wir hinterfragen Gott auch nicht, wenn wir ihm wirklich vertrauen.

Wenn wir so zu Jesus stehen, dann bauen wir auf ihn als Fundament. Die Verbindung zwischen einem Gebäude und dem Fundament bezeichnet man im Bauwesen als "Gründung". Ein Gebäude kann dann nicht gut auf dem Fundament "gegründet" sein, wenn das Fundament nicht tragfähig ist, Risse hat oder "Setzungen" bzw. der Untergrund zu weich ist. Wenn wir auf Jesus bauen, sind wir sicher gegründet!!!

In Eph 2, 19-22 wird deutlich gemacht, daß eine Gemeinde "geistlich" - d.h. umgeben von Gottes Geist, dann wird, wenn sie sich an Jesus ausrichtet. Der Unterschied zwischen einem Kegelclub und uns ist nicht, daß die sich freitags treffen und wir sonntags, sondern, daß wir uns an Jesus ausrichten. Aber wenn wir das nicht tun, kommen wir vielleicht eher dem Kegelclub nahe, obwohl wir uns sonntags treffen...

Der Stein, der für uns Ausrichtung und Fundament sein kann, wenn wir auf ihn bauen, der kann auch Zerstörung für uns bedeuten. In Lk 20, 18 heißt es, daß der Eckstein auch zerschellen kann, auf wen er fällt. Wenn man Jesus nicht als den nimmt, der er ist: als vergebender Heiland, dann wird er unser Richter sein! Aber wenn wir an ihn "richtig" glauben, dann wird es nicht möglich sein, daß wir zugrunde gehen (Rö 9, 33). D.h. wenn wir alle an Jesus festhalten als dem Fundament, kann die Gemeinde nicht zugrunde gehen.

Amen!
 

Jesus - Das Fundament der Gemeinde