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Lieber Freunde und Geschwister,
Eine Reiskrise hat die Philippinen erfasst, welche die ärmsten der Armen am härtesten trifft. „Auf den Philippinen, in Vietnam, Bangladesh, Thailand und Indien wird der Reis knapp, und die Preise steigen bedrohlich. In Manila setzte die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo einen nationalen Reis-Krisengipfel an. (...) [In Asien] ist Reis nicht nur ein Grundnahrungsmittel für drei Milliarden Menschen. Für die Masse der Armen bildet das Korn die tägliche Hauptspeise und oft die einzige Mahlzeit. Wegen des Preisanstiegs befürchten Experten Hungersnöte und sorgen sich um die politische Stabilität. Doch Reis kostet heute doppelt so viel wie vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn schoss der Preis um ein Drittel hoch.” (Abendblatt & Handelsblatt 9. April, 2008)
Bei unseren Freunden und Geschwistern in Tugbok, etwa 20 km von Davao City entfernt, war in nur einem der 15 Häusern der Rauch zu sehen, der um die Mittagszeit eigentlich das kleine Dorf einhüllen müsste, weil das Essen auf dem Holzfeuer gekocht würde. 'Nanay' (im Bild) eine ältere Frau, die vor kurzem ihren Ehemann verloren hatte, kochte Kaffee statt Mittagessen, da die wenigen übriggebliebenen Reiskörner noch nicht einmal für ein Porridge gereicht hätten. Als wir mit vielen Beuteln Lebensmittelspenden ankamen, war Nanay überglücklich und umarmte Adela herzlich dankend. In den umliegenden Hütten schrien manche der Kinder, weil sie immer noch nichts zum Mittag gegessen hatten. Als sie hörten, dass wir Lebensmittel aus der Stadt mitgebracht haben, kamen sie alle herbeigerannt. Selbst ein kg Reis pro Familie macht hier schon einen Unterschied. Zusätzlich bekamen sie Sardinen, Kaffee, Kekse und anderes. Nanay und viele andere hatten wegen der hohen Preise schon mehrere Tage keinen Reis mehr gegessen, und mussten sich mit jungem Kokosnussfleisch begnügen. Das Dorf ist zu weit von der nächsten subventionierten Reisausgabestelle der Regierung entfernt und die Fahrtkosten würden jegliche Ersparnis wieder auffressen. Die Reispreise haben sich trotz der gerade eingebrachten Ernte fast verdoppelt und könnten bis September auf das dreifache des Vorjahrespreises steigen.
Auch unsere kleine Gemeinde in Juliville leidet darunter und natürlich alle unsere Geschwister in der Family-Care-Group Gemeinde in Bucana. In Julieville erzählten sie uns, dass sie nur noch zwei Mahlzeiten am Tag Essen können und der von der Regierung subventionierte Reis praktisch ungenießbar ist, wenn man ihn nicht mit etwas anderem mischt. Trotzdem stehen sie zweimal am Tag stundenlang an, um nur ein kg bezahlbaren Reis pro Familie zu bekommen.
Wir haben mit ihnen ein Krisenprogramm gestartet um dieser Situation zu begegnen: Jede Familie soll einen Glaubensgarten (engl. FAITH Garden - Food Always In The House) pflanzen und mit Dosen, Reifen und anderen Mitteln kleine Beete um die eng gestellten Hütten anlegen. Zusätzlich werden wir Reis im Grosshandel besorgen und einlagern und dann zum Selbstkostenpreis weitergeben, was die Geschwister lokal organisieren werden.
Etwas gutes hat diese Krise dennoch, denn viele der Menschen, die wir in Bucana mit dem Evangelium erreicht hatten sich aber letztendlich nicht voll und ganz für Jesus entschieden hatten, kommen jetzt wieder zurück in den Gottesdienst und zeigen eine neue geistliche Offenheit für den Herrn.
Angelo Perez, eines unserer Rette-ein-Kind Kinder über den wir wie folgt berichtet hatten: „Er hatte eine ernsthafte Virusinfektion und zusätzlich eine Lungenentzündung. Außerdem war er dehydriert; dadurch hing sein Leben am seidenen Faden. Wir drängten die Eltern ihn sofort ins Krankenhaus zu bringen. Dort wurde er Stationär mit Antibiotika behandelt. Ohne Gebet und das Rette-ein-Kind Programm hätte er wohl kaum überlebt. Wir danken Gott für sein eingreifen.“ Ihm geht es jetzt zunehmend besser. Seine Widerstandskraft ist gut geworden und er hatte keinen Rückfall. Seine Gewichtszunahme ist jetzt auch stabil, weil er einen gesunden Appetit an den Tag legt. Vielen Dank für Eure Gebete und Unterstützung.
Preis sei dem Herrn für:
- Die Menschen die auch durch die jetzige Reiskrise aufgerüttelt werden und (zurück) zu Jesus kommen.
- Unsere kleine Farm hatte die seit Jahren beste Reisernte, und wir danken dem Herrn dafür, dass er uns zur rechten Zeit damit gesegnet hat.
- Als Familie sind wir Gesundheitlich stabil und spüren dass wir im Gebet getragen werden.
Bitte betet für:
- Persönlichen Schutz für uns alle, denn es werden wegen der Krise verstärkte Kriminalität und möglicherweise Unruhen erwartet, besonderen Schutz auf den Reisen zu den Aussenstationen in Panansalan und North Cotabato
- Weisheit vom Herrn für den Umgang mit der Reiskrise
- Dass mehr Menschen in Davao City und Umgebung und in Panansalan und den anderen Orten zum Glauben kommen und dass die Geschwister fest stehen im Herrn in dieser schwierigen Zeit.
Christian & Adela Wagner Missionare Davao City, Philippinen
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