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Dezember 2008
Liebe Freunde und Geschwister,
in der Zeit vom 6.11 – 26.11.2008 haben wir als ganze Familie Seiffert zusammen mit Lorenz Grabowski den Dienst von Familie Wagner auf den Philippinen besucht. Die Reisezeit betrug 28 Stunden und der Flug kam uns endlos lange vor. Nach all den Strapazen wurden wir mit einem großen Willkommensschild und einer Blumenkette am Flughafen in Davao empfangen. Es war ein Wiedersehen mit Tränen und unbeschreiblichen Gefühlen als wir unsere philippinische Missionarin Adela mit ihren Kindern nach einer so langen Zeit umarmen konnten. Ihr Ehemann Christian war ja zuletzt ohne Familie nach Deutschland gekommen.
Schon am übernächsten Tag machten wir uns auf um einen Gottesdienst in Bukidnon nördlich von Davao abzuhalten. Bukidnon ist eine Bergregion in der die Volksgruppe der Matisalug lebt. Nach zweieinhalbstündiger Autofahrt mit grandioser Landschaft (Reisfeldern, Tropenwald, Bergen und Tälern), wurden wir herzlich begrüßt und haben gemeinsam mit der dortigen Gemeinde zu Mittag gegessen.
Der anschließende Gottesdienst war gefüllt mit der frohen Botschaft. Unsere Zeugnisse handelten davon wie Jesus uns befreit hat von unseren Sünden und uns ein neues Leben geben hat. Da es keine Bibel in ihrer Sprache gibt und viele nicht lesen können, muss aus dem Englischen oder Cebuano übersetzt werden. Der dortige Pastor Names Lambanay ist ein Pionier unter den Matisalug obwohl er keine pastorale Ausbildung hat. Eine Frau die Adela und Christian Wagner kennt hat den Kontakt hergestellt und er bittet Wagner’s ihn in seinem Dienst zu unterstützen.
Am darauffolgenden Tag besuchten wir die Kinder vom Rette-ein-Kind Programm in Davaos Armenviertel Bucana. Wir haben auch die Familien der Kinder in den Hütten besucht um uns ein Gesamtbild von ihrer Lebenssituation zu machen. Oft waren wir sprachlos und schockiert über das was wir vorgefunden haben. Die Armut ist weit größer als wir sie uns vorgestellt hatten. Viele leben in menschenunwürdigen Behausungen und Verhältnissen. Und so ist es für uns verständlich geworden, dass für viele Kinder im Rette-ein-Kind Programm das Speisezentrum zu ihrem Zuhause geworden ist. Die Investition in diese Kinder gibt Ihnen eine Veränderung in Ihrem Leben. Sie empfangen Liebe und Annahme. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Mitarbeiter sich hingebungsvoll um die Kinder kümmern.
Adela Wagner berichtete, dass jedes Jahr sich die geistlichen Aufbrüche im Armenviertel Bucana vermehren und positive Veränderung in spürbarer Weise geschieht. Bucana erstreckt sich über mehrere Kilometer der Küste entlang. Wagner’s haben Familienhauskreise gegründet, die sich über einem Drittel von Bucana verteilen. Das Gemeindehaus für den sonntäglichen Gottesdienst ist viel zu klein geworden. Ein Ausbau ist dringend notwendig, da nicht mehr alle Gemeindemitglieder gleichzeitig teilnehmen können.
Wenige Tage später hatten wir das Vorrecht an der Konferenz teilzunehmen, die Wagner’s organisiert hatten. Eine Konferenz in der sich alle gegründeten Gemeinden treffen konnten um Austausch und Gemeinschaft miteinander zu haben. Das Thema war Multiplikation des Reiches Gottes.
Für die Leute aus der Bergregion Panansalan wurde ein Bus gemietet, damit auch viele von dort daran teilnehmen konnten.
Das Gemeindehaus und das angemietete Pastorhaus mit den Kinderräumen, diente als Übernachtungsquatier. Das ganze Essen für mehrere hundert Leute musste eingekauft und zubereitet werden. Alle Mitarbeiter waren im Höchsteinsatz.
Es gab viel gute Lehre. Z.B. was nehmen wir an geistlicher Nahrung zu uns, oder nach Luk. 10, 5 teile Segen aus, Vers 7 baut Beziehungen auf, Vers 8b bringt ihre Nöte zum Herrn, und Vers 9 teilt Ihnen das Evangelium mit. Es waren motivierende Botschaften.
Auch gab es Workshops speziell für die Männer, für die Frauen, für die Kinder und für die Leiter und Pastoren. Zwischen drin gab es jede Menge Spaß und Spiel, zum Beispiel auch Gesangswettbewerbe. Es war die erste Konferenz in dieser Form und es wäre schön wenn sie jedes Jahr stattfinden könnte.
Am Sonntag waren wir dann in Bucana zum Gottesdienst. Ein ehemaliger Moslem hat sich bei uns dafür bedankt durch den Dienst von Wagner’s den wahren Gott gefunden zu haben. Es kam dadurch soviel Gutes in sein Leben, und er dürfe immer wieder erfahren wie Jesus ihm und seiner Familie hilft aus Nöten und Schwierigkeiten herauszukommen und zu überwinden. Es gab viele frohmachende Zeugnisse von den Leuten in Bucana und unser Herz war begeistert davon zu sehen, was Gott hier tut unter den Menschen. Am Nachmittag fuhren wir zu einem weiteren Gottesdienst nach Tugbok, 20 km außerhalb der Stadt. Es handelt sich um eine neue kleine Gemeinde, die von einem Team aus Bucana betreut wird. Das gespendete Fahrzeug, kommt für diese Einsätze, voll zum Tragen.
Die Leute dort sind hungrig nach dem Wort Gottes. Sie suchen nach Antworten auf ihr Leben und sehnen sich nach Wahrheit, Frieden und Ruhe. Immer wieder kommt es dort zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Familien, und Seelsorge nimmt dort einen großen Teil des Dienstes in Anspruch.
In den darauf folgenden Tagen machten wir einen Ausflug mit zwei kleinen Fischerbooten auf eine kleine Insel zum Baden und Picknick. Aber schon bald mussten wir uns für die Fahrt in die Berge nach Pansalan rüsten. Dort sollte nämlich eine Taufe statt finden. Die Fahrt dauerte einen halben Tag und wir sind im strömenden Regen dort im Urwald angekommen. Es gibt dort weder Elektrizität noch fließendes Wasser. Das Leben ist sehr einfach und man fühlt sich zurückversetzt in eine andere Urzeit. Pastor Romy der dortige Pastor hat viel Temperament und hat eine starke Autorität. Der Gottesdienst war kraftvoll und hat richtig Spaß gemacht. Wir durften einfach die Gemeinschaft der Geschwister genießen und sind sehr dankbar dafür, dass dort eine Gemeinde unter der Volksgruppe der Mandaya entstanden ist.
Das gemeinsame Mittagessen an den Wasserfällen und die anschließenden Taufe war ein großes Erlebnis für uns. Auf der Rückfahrt vom Wasserfall zu unserer Unterkunft hatten wir dann mit unserem mit fast 20 Personen völlig überladenen Multicab einen Motorschaden und wir kamen dadurch erst im Dunkeln im Dorf wieder an. Am darauffolgenden Tag bastelten wir dann eine Abschleppstange aus einem Holzbalken und einer Motorradkette zusammen. Sie hat über 35 km Geröll und Schlammpiste und 120 km Strasse gehalten. Danke Jesus!
Wie ihr seht hatten wir eine ausgefüllte Zeit und durften Gottes Schutz insbesondere bei unseren knapp 1 Jahr und 3 Jahre alten Kindern erleben. Bitte betet für Familie Wagner, damit sie ihren Dienst bewältigen können in der Kraft und Weisheit die sie benötigen.
Unser Abschied war hart, denn wir wissen nicht wann wir uns wiedersehen. Gott hat uns in der Zeit reich beschenkt und wir sind glücklich einen Anteil zu haben beim Bau seiner Gemeinde. Und diesen Anteil haben besonders alle die uns unterstützten damit dies auf den Philippinen überhaupt erst möglich wird.
Jesus ist in die Welt gekommen, um sie zu retten, das Verlorene zu suchen und das Kranke zu verbinden. Geht auf sein Angebot seiner Liebe ein, so dass Weihnachten wirklich im Herzen geschieht.
Es Grüßen Familie Wagner, die Gemeinde in Bucana, und alle Gemeinden die wir besucht haben.
Wir wünschen Euch ein frohes Weihnachtsfest
Eure Familie Seiffert, Ilona, Jörg, Simon und Silas
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